Nach Dia-Vorträgen über verschiedene Killifische wird mir oft die Frage gestellt, “wie machen sie die Fotos”?
Weil dies nicht in Kürze zu beantworten ist fällt dann auch die Antwort recht knapp mit dem Hinweis
auf  Kamera, Objektiv, Blitzgerät und Fotobecken aus.
 Hier  will ich etwas ausführlicher  über “Killi - Fotografie” berichten.
Weil es nicht möglich ist, die meist nur wenige cm großen Killifische in großen Schauaquarien 
formatfüllend zu fotografieren benutze ich Fotoaquarien verschiedener Größe.

Fotobecken

Ein Becken mit den Maßen 30x30x20 cm steht immer zu Fotozwecken bereit. 6 cm hinter der Frontscheibe ist eine
Trennscheibe in Laufschienen eingesetzt. Diese trennt den Fotobereich vom Dekorationsteil.
Front- und Trennscheibe müssen frei von Kratzern oder anderen Fehlern sein.
Um die Fische nicht vor einer einfarbigen, kahlen Fläche abzubilden ist das Aquarium entsprechend
eingerichtet.
Zuerst wird Innen mit Aquariensilikon eine nicht spiegelnde Rückwand eingeklebt. Die Farbe ist reine
Geschmacksache. Ich bevorzuge jedoch dunkle Farben. Als Bodengrund wird Lavalit mittlerer oder feiner
Körnung verwendet. Bevor dieses ins Becken kommt heißt es spülen, spülen und nochmals spülen. Wenn das
letzte Spülwasser klar bleibt kann das Lavalit in den hinteren Bereich einige cm hoch eingebracht werden.
Nachdem das Becken zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist, wird wenige cm hiter der Trennscheibe mit der
Bepflanzung begonnen. Vorne niedrig nach hinten ansteigend.
Nehmen sie großblättrige Pflanzen. Diese geben, wenn sie in den unscharfen Bereich fallen einen
einen ruhigen aber doch struckturierten Hintergrung. Feinfiedrige Pflanzen wirken schnell unruhig.
Wenn sie hierauf nicht verzichten möchten setzen diese ganz nach hinten, so dass sie später in den vollkommen
 unscharfen Bereich fallen. Setzen sie keine besonders exotischen oder wertvollen Pflanzen ein.
Das Fotoaquarium muss aus Gründen der Sauberkeit regelmäßig ausgeräumt und gereinigt werden.
Die teuren Gewächse leiden durch die ständige Umsetzerei und gehen schließlich ein.
Nachdem der Boden im vorderen, dem eigentlichen Fotobereich mit Lavalit bedeckt ist, kommt ein (das wichtigste)
 Zubehör zum Einsatz. Der Filter. Er hat nur die Aufgabe sämtliche Schmutzpartikel, die später durch
die Fische aufgewirbelt werden könnten, zu entfernen. Das Ab- und Einlauf im vorderen Teil eingerichtet sind
und vor dem fotografieren entfernt werden versteht sich von selber.
Nun ist das Fotobecken fertig.

Mit folgenden Geräten gehe ich ans Werk:

 Kameragehäuse: Nikon AF 801, 801s, F100, D 200
Objektiv: AF Micro Nikkor 2,8/60 mm
Blitzgeräte: 2 Stck. Metz 32 Z-2 und 2 Stck. Nikon SB 600 (für digital)
als Zubehör SCA 343 und SCA 305 A, Blitzkabel sowie eine
extralange Blitzschiene auf der die Blitzgeräte rechts und links der Kamera angebracht werden können.
Filme: Fuji Sensia 100 oder Agfa CT 100
Speicherkarte: CF Scandisc Extreme III 1 oder  2 GB

Stativ

Ein Stativ, für viele fotografische Arbeiten unerlässlich, lässt sich kaum verwenden. Die Fische sind beweglich
und stehen mal rechts, links, oben oder unten in Positur. Also muss der Fotograf mit der Kamera
ebenfalls beweglich sein. Die Kamera fest auf einen Ausschnitt einzurichten und warten bis der Fisch
hier steht ist schlicht und einfach Unsinn. Mit fest eingestellter Kamera lassen sich Killis nur in Mini-
Kürvetten, die in ein größeres Aquarium gehängt sind, fotografieren. Diese Art der Aufnahmetechnick
lehne ich ab. Die Motive sollen sich schon frei und natürlich bewegen können.


Licht

Oberhalb des Aquariums ist eine Lampe angebracht, die das nötige Licht zum Scharfstellen liefert.
Um unerwünschte Spiegelungen in der Front- oder Trennscheibe zu vermeiden kann der Raum abgedunkelt
werden. Wenn sich kein Licht hinter (Fenster oder Lampe) hinter dem Fotografen befindet ist eine Verdunklung
nicht notwendig. Wer es schafft über mehrere Stunden soviel Licht ins Fotobecken zu bringen
das mit Blende 8 oder 5,6 und 1/250 Sek. fotografiert werden kann, darf auf Blitzlicht verzichten.
Die Fische werden zwar blass und regungslos in einer Ecke stehen aber Hauptsache das verpönte
Blitzlicht bleibt aus.

Lichtführung und Belichtung

Wie werden das oder die Blitzgeräte ausgerichtet um vernünftig ausgeleuchtete und belichtete Fotos
zu bekommen? Dies ist ein schwieriges und gleichzeitig spannendes Thema weil hier die Meinungen
auseinander gehen. Aus diesem Grund können auch nur einige Vorschläge gemacht werden:
Je ein Blitz rechts und links der Kamera, etwas über Objektivhöhe.
Ein Blitz rechts oder links der Kamera, ein zweiter liegt auf der Abdeckscheibe und dient nur zur Ausfhellung.
In beiden Fällen sollten die Geräte neben der Kamera etwas nach Innen gedreht werden.
Weitere Blitze zur Hintergrundausleuchtung können auf Stative gestellt und über Fotozellen
angesteuert werden. Wenig empfehlenswert ist ein Blitzgerät auf oder von vorne, schräg oberhalb der
Kamera. Diese Fotos sind oft “flach” und “matschig”, außerdem ist der Fischschatten auf dem Boden oder den
Pflanzen zu sehen und die Gefahr von Spiegelungen ist besonders groß.
Selber bevorzuge ich die beiden ersten Möglichkeiten ohne weitere Hintergrundbeleuchtung. Die Fotos
brauchen nicht vollkommen ausgeleuchtet zu sein. Die ins Dunkel verschwindenden Pflanzen geben dem
Foto “räumliche” Tiefe. Eine leichte Unterbelichtung lässt die Farben der Killis, besonders die
metallischen Effetkte, natürlicher erscheinen.
Die Lichtmessung erfolgt über die TTL-Steurung, so dass die Tiefenschärfe über Abbildungsmaßstab
und Blende eingestellt werden kann.
TTL und Unterbelichtung? Belichten sie z. B. 100 ISO Filme wie 125, 160 oder 200 ISO.
Hierdurch wird die Leuchtzeit des Blitzgerätes verkürzt. (ausprobieren)
Digital benutze ich die Belichtungskorrektur der Kamera (-0,7 bis -1,5). Dies geht natürlich auch bei
analogen SLR, arbeitet nach meiner Erfahrung aber nicht so effektiv wie bei einer DSLR.

Kameraposition

Ganz einfach, immer auf Motivhöhe.
Spieglein, Spieglein............
Front- und Trennscheibe wirken wie Spiegel. Um diesen Spiegelungen auszuweichen muss der Blitz
und/oder die Kamera schräg zur Scheibe gedreht werden.

Blitz-Einfallwinkel = Ausfallwinkel

Um Verdrehungen mir der Kamera zu vermeiden kann auch das Aquarium schräg gestellt werden.
Ist das Blitzgerät links montiert wird das Becken rechts etwas nach hinten geschoben.

Praxis

Jetzt geht es los. Das Fotobecken ist fertig, die letzten Luftblasen sind verschwunden und die Scheiben sind makellos
 sauber. Blitz und Kamera sind montiert und geladen! Voller Erwartung werden ein oder zwei besonders schöne
Fische eingesetzt. Abbildungsmaßstab und Blende sind voreingestellt. Da, jetzt steht ein Killi in Positur, die
Flossen gespreizt und voll in Farbe. Langsam wird die Kamera gehoben, scharf gestellt und......... es erschallt eine
Stimme aus dem Hintergrund “Schatzi kannst du mal kommen”.
Mit diesem Beispiel möchte ich folgendes erklären: Fotografieren sie nur wenn ausreichend Zeit vorhanden
ist. Melden sie sich bei ihrer Familie ab und bitten ungestört zu bleiben. Lebende Tiere lassen sich nicht
mal eben auf die Schnelle ablichten. Eine Fotositzung kann mehrere Stunden dauern und einige Filme
oder Akkus kosten. Wer hieran sparen will sollte lieber keine Fische fotografieren. Nur aus einer
größeren Anzahl Dias/Dateien lassen sich einige brauchbare oder sogar gute aussuchen.
Ihre ersten Filme werden nur Probefilme sein. Nehmen sie mit jeder Kameraeinstellung einige Fotos auf
und notieren sie die Einstellung. So können sie schnell feststellen welche Einstullung die besten Fotos
liefert.
Eine Fotositzung mit einem neuen oder von mir noch nicht fotografierten Killi läuft wie folgt ab:
Alle Vorbereitungen sind getroffen und die Kamera liegt eingeschaltet, griffbereit neben mir. Jetzt wird der Fisch
eingesetzt. Einige Killis stellen sich gleich nach dem Einsetzen für wenige Augenblicke in Positur, deshalb die
griffbereite Kamera. Normalerweise benötigen aber alle Fische eine Eingewöhnungsphase wie nach jedem
anderen Umsetzen auch. Weil nie sicher ist das der Fisch ineiniger Zeit frei schwimmt und sich so zeigt wie ich es
gerne hätte werden jetzt schon einige Fotos zu Dokumentationszwecken gemacht. Bis sich unser Motiv
frei bewegt sind alle hektischen Bewegungen zu vermeiden. Steht der Killi nun frei werden alle Bewegungen
mit der Kamera langsam ausgeführt, nur der Zeigerfinger tritt in Aktion und löst so schnell und
oft aus wie es das Blitzgerät gestattet. Kleine Veränderungen wie Blickwinkel, Bildausschnitt oder
Blende können nach einiger Übung während solcher Aktionen getätigt werden. Oft steht der Fisch gerade dann
besonders schön wenn der Film voll ist. Also, neuer Film neues Glück.

 Wie ich weiter unten schon geschrieben hatte liegt ein Vorteil der digitalen Fotografie in der schnellen
Bildkontrolle. Fotografische Fehler können durch weitere Aufnahmen sofort behoben werden.
Qualitätsverluste, die beim Scannen von Dias entstehen fallen weg. Egal ob digitalisierte oder digitale Fotos 
vorhanden sind, am PC müssen beide Arten bearbeitet werden.   

  

Aquarienfotografie

Ein so oder ähnlich eingerichtetes Becken steht ständig zu Fotozwecken im Fischkeller bereit

 

Spiegelungen

Um den Dekorationsteil eines Fotobecken von umher treibenden Partikeln zu säubern platzierte ich dort,
hinter Pflanzen versteckt einen Innnenfilter. Als wieder einige Killis fotografiert werden sollten ließ ich den
Filter im Becken; dies sollte fatale Folgen haben. Hatte ich doch nicht bedacht das der Filter Spiegelungen
verursachen könnte. Er war ja hinter den Pflanzen fast nicht zu sehen!
Das Ergebnis waren mehrere fast unbrauchbare Diafilme. Lediglich 2 – 8 Fotos pro Film waren ohne
Spiegelung und als Dia brauchbar, leider nicht die besten. Nach Bearbeitung am PC ließen sich noch wenige
weitere Fotos als Datei retten.
Hier beginnen die unbestreitbaren Vorteile der digitalen Fotografie, nicht durch die Bildbearbeitung; sondern
durch die sofortige Kontrolle der Aufnahmen und Löschen des Ausschusses von 80 – 90%! 

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Zum Schluss


Geben sie nicht enmutigt auf weil die ersten Fotos nicht ihren Erwartungen entsprechen.

Sind sie nie mit ihren Fotos zufrieden. Es gibt nichts was man nicht besser machen könnte.

Ein großer Papierkorb/Löschtaste steigert die Qualität der eigenen Fotos ungemein.